SCHWÜLE
Ich fuhr auf schwülem Sommertraum
vorbei an dunklem Seegestade,
in eines Ruhenachen Raum
ein Jüngling stand zu kühlem Bade.
Der heiße Leib gezogen schlank
starrt'in dem Duft, wie wenn er schliefe;
mit wollustzitterm Auge trank
sein weißes Bild die grüne Tiefe.
Das Angesicht… das Angesicht!….
Doch konnt' ich keinen Anker werfen,
es war umsonst, im falschen Licht
mit wilder Kraft den Blick zu schärfen.
Er schöpfte plötzlich eine Glut
von Rosenblättern aus dem Nachen,
bestreute weich damit die Flut,
als woll'er sich sein Lager machen.
Ein böser Ruf, so schreck und schrill! -
Ich sah ihn noch herüberwinken
und nun hinuntersteigen, still
und spurlos in der Flut versinken.
- Alfred Mombert, 1872-1942 -
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